San Antonio

Da ich ja so wahnsinnig viel langeweile habe und mit meiner Zeit nichts besseres anzufangen habe, dachte ich mir, ich müsste die Zeit mit Auto nutzen und mal nach San Antonio fahren. So sind wir, Leena und ich die 78 Meilen südlich nach San Antonio gefahren. Der River Walk ist ein Traum, leider war der Himmel so dunkel, dass die Bilder nicht wirklich freundlich aussehen. Aber es ist wirklich unglaublich charmant und unamerikanisch. Wirklich schnuckelige kleine Restaurants am Wasser, viel, viel Grün und einfach nett.

Hier ein nettes Bild von http://www.lindsayfincher.com:

Anschließend waren wir bei der Alamo Mission. Um San Antonio gibt es den Mission Trail, wo die Native Americans mehr oder weniger wie Sklaven gehalten wurden und eben missioniert wurden. Christliche Werte, Sprache etc. wurden ihnen auferzwungen. Die Natives wurden ihren Familien entrissen und es wurde ihnen verboten ihre Sprache zu sprechen und ihren Glauben zu praktizieren. Das gesamte Gelände in San Antonio ist wunderschön, wie ein Garten mit vielen Pflanzen, aber wie die Geschichte präsentirt wird ist erschreckend unkritisch. Es wird von Schutz bieten gesprochen und Natives in Schutz nehmen und dergleichen. Das ist mir irgendwie extrem negativ aufgefallen. Viele Famlien waren dort auf Familienausflug. Zwischendurch wurden dann immer perfekte Schnappschüsse produziert. Eine Frau wies ihren Mann an doch seinen Arm bitte schnell um sie zu legen, fürs Foto nur, selbstverständlich. Der Ort war perfekt für Spzialstudien. Dort und auch in der Stadt gab es so viele aus der Form geratenen Menschen. So etwas gibt es zwar auch in Austin, aber eher selten und dann in einer etwas gesünderen Version. Dort aber hat man so viele Menschen gesehen, wo der Hintern die Person getragen hat. Und mir ist mal wieder aufgefallen, dass die Menschen hier anders dick sind, als in Deutschland. Diese Schwimmringe und die Proportionen sind unique amerikanisch. Aber wie gesagt, Austin ist da ganz anders. Auch die Menschen selbst sind hier viel entspannter, viel cooler. Ich muss mich immer wieder daran erinnern in Texas zu sein, weil die Leute hier so extrem liberal, weltoffen, bewusst leben. Austin trennt Müll! Austin hat zig verschiedenen vegetarische Restaurants oder auch vegan und ist einfach nur total charmant. Ich weiß, das Wort habe ich jetzt schon öfter benutzt, aber es trifft es einfach nur perfekt.
Komisch irgendwie, San Antonio war nett, aber als ich wieder in Austin war, habe ich mich schon irgendwie, wie zu Hause gefühlt und war froh, wieder hier zu sein.

Habe heute beim Whole Food Store den Bäcker entdeckt, der wirkliches, echtes Brot bäckt. Habe noch keins gekauft, aber wir haben den Knautschtest bei einem eingepackten Brot gemacht und es hat ihn tatsächlich bestanden.

Mein Zimmer ist fertig!

Endlich bin ich in meinem Zimmer (Fotos auf Flickr) und habe es eingerichtet. So ein paar Feinheiten, wie Türen vom Schrank anbringen, müssen noch erledigt werden, aber ansonsten habe ich mein kleines Reich eingerichtet. So klein ist es eigentlich gar nicht. Mein Vormieter hatte alles sehr dunkel gehalten und dann auch noch dunkle Poster an der Wand gehabt und zusätzlich niemals nie nicht die Jalousien geöffnet. Mit den hellen Möbeln und Tageslicht sieht das ganze schon sehr viel freundlicher aus. Meine Unfähigkeit mit Bett/Sofa Exarby von Ikea zurecht zu kommen am Tag der Möbellieferung hat mir einen weiteren Ausflug zu Ikea Roundrock etwa 30 Meilen nördlich von Austin beschert. Aber für mein Regal fehlte mir ohnehin noch die Befestigung und überhaupt brauchte ich dann auf dem durchaus nicht unhässlichen Steinfußboden doch einen Vorleger. Ich finde es so auch viel wohnlicher und die Katzen finden ebenfalls gefallen dran. Na jedenfalls war die Mutter von der Schraube nicht falsch fabriziert, wie ich es erst dachte, sondern es muss so locker, sehr locker sein, damit das ganze flexibel ist. Nun gut, wieder was gelernt. Bis ich das so richtig gerafft habe, musste erst ein Deutscher Mitarbeiter mit mir auf Deutsch reden und mir mal alles ordentlich erklären. Der lebt hier seit 15 Jahren, ist mit seiner Frau (einer Berlinerin) hierhergezogen und ist mittlerweile so hier angekommen, dass er, wenn er Deutsch spricht, einen amerikanischen Akzent hat. Keine Ahnung warum, aber irgendwie haben wir uns sofort verstanden und es hat keine Minute gedauert, bis ich wusste, wie die Konstruktion nun wirklich funktioniert. Nun habe ich einen persönlichen Ikea-Konstruktions-Berater.

3. Tag Austin

Und wieder ist so viel passiert, dass ich mich erstmal sammeln muss:

1. Konto eröffnet bei netter Frau bei Bank of America in einem so kalten Raum, dass ich am Ende permanent Gänsehaut hatte und sogar das innere meiner Tasche um einige Grad abgekühlt ist. Aber ich habe jetzt ein amerikanisches Konto und muss nicht mehr mit Kreditkarte bezahlen. Die Koorperation mit der Deutschen Bank ist wirklich hilfreich, weil man einfach so, ohne horrende Gebühren, Geld von seinem deutschen Konto hier abheben kann. Da Leena und ich den ganzen Prozess zusammen durchgegangen sind und einer nach dem anderen abgearbeitet wurde, haben wir dort auch ewig gesessen. Das ist aber nun auch abgehakt.

2. Nachdem wir uns von angenehmen 37 Grad und wärmenden Sonnenstrahlen wieder vom Kühlschranklima der Bank erholt hatten, mussten wir auch schon zum nächsten Termin: Tuberkulose Test. Ohne diesen Test kann man sich hier für keine Kurse anmelden, solange der nicht gemacht wurde, hat man eine Sperre auf seinem Studenten-Konto und kann rein gar nichts machen. Also sind wir da auch hin und haben die Prozedur über uns ergehen lassen. Eine Flüssigkeit wird dabei in den Unterarm kurz unter die Haut gespritzt, so dass sich eine überaus attraktiv anzusehende Blase bildet. Am Sonnabend darf ich dann nochmals hin, um überprüfen zu lassen, ob die Haut Reaktionen gezeigt hat um die Stelle herum. Die Blase ist mitlerweile weg und sieht aus wie ein Mückenstick.

3. Nahe des Health Care Centers befindet sich Leenas bald zu bewohnendes Co-Op. Also haben wir ihrer Behausung mal einen Besuch abgestattet. Neu, durchgestylt, mit Fitnessraum, Entertainmentraum (Pool Tisch, Gambling Tisch, Bar) Solarium und mit Pool ist dieser Komplex. Und so uncharmant wie es nur geht. Begrüßt hat uns dann Barbie persönlich mit ihrem aufgesetzten Lächeln und ihrer unglaublich anstrengend quitschigen Sprechweise. Sie wohnt selbstverständlich auch dort und fühlt sich total wohl. Glaube ich ihr aufs Wort. Ich wohne zugegeben etwas weiter weg vom Campus, aber a) bezahle ich nicht 600$ für Zimmer und Bad und Gemeinschaftsraum, alles jeweils sehr überschauhbar, und b) wohne ich mit netten, normalen, ungekünstelten Leuten zusammen, die vor allem auch schon etwas älter sind. Scheinbar fühlen sich dort aber viele sehr wohl, allein dieser Komplex beherbergt etwa 1000 Studenten.

4. Mein T-Shirt habe ich bekommen, schlichtes weißes Tanktop mit Texas Schriftzug, n Baseballcap, weil die Sonne echt knallt und ich bei Fahrradfahren, draussen rumlaufen doch auch gerne einen Schutz dagegen habe. Und natürlich bin ich voll integriert mit dem Merchandise. Dieser Laden ist riesig, über 2 Etagen und hat echt alles, alles was man sich vorstellen kann, von Shirts, über Hosen, richtige Hemden, über so Mutti-Trachten bis hin zu Hundecapes und anderes nutzloses Zeug. Aber ganz wichtig, habe ein Shirt für meinen Neffen gekauft. Größe 4, das müsste passen und sieht so aus:
Daran konnte ich nicht vorbeilaufen.

5. Irgendwann hatten wir hunger und haben mal wieder den Lonely Planet nach günstigen Sachen durchforstet, mal ganz abgesehen davon, dass dieser Guide nicht wirklich toll ist, aber er gibt sich auch kaum Mühe irgendwie attraktiv zu sein. In dem Guide sind 3 Städte und für diese wurden unglaubliche, mit Herzblut zusammengestellte 3 Seiten für Fotos ganz vorn aufgewendet. Der Rest ist so trostlos und langweilig wie ein Uniguide. Nachdem wir uns dann für etwas entschieden haben, sprang uns am Wegesrand ein kleiner Laden namens “Veggie Heaven” ins Auge. Das Essen dort ist vegetarisch bzw. vegan und echt lecker und dazu auch noch günstig. Was mir aber aufgefallen ist ist der Gang zur Toilette:

Wahrscheinlich wird sich der dicke Amerikaner auch nicht in so einen Laden begeben, viel zu gesund, viel zu viel Gemüse. Aber ich bin glücklich über so eine riesen Auswahl an Essen für meinen Geschmack.

6. Gleich nebenan war ein Fahrradladen, in den wir einfach mal so reinschauen wollten. Daraus ist dann ein Fahrradkauf inklusive 15% Rabatt geworden. Das mit dem Rabatt wurde per Münzwerfen entschieden (die waren da sehr locker, alternativ, und naja, Männer eben…), wobei ich gewonnen habe. Sonst wären es 10% gewesen. Austin-Style Geschäfte machen ist das. Nach lustigem Deutsch-Texanische Klischees an den Kopf werfen und feststellen, dass ich weder eine Lederhose besitze und die auch keine Cowboystiefel oder Hut, haben wir ein paar nette Minuten mit wirklich angenehmen Amerikanern verbracht und dazu noch ein super Fahrrad erworben. Dass ist so neu und toll, dass es noch nicht mal auf dem Markt ist und ich es erst Ende des Monats bekomme.

7. Entspannung am Barton Springs Pool. Austin ist ja so grün und so unamerikanisch. Statt eines völlig verseuchten Chlorpools, gibt es hier einen riesigen Park inklusive natürlicher Quelle inmitten der Stadt.
Abgesehen davon kann man hier Fahrrad fahren, Wandern, diverse Sportarten ausüben und einfach die grüne Lunge Austins genießen.

Ich glaube, Austin und ich, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Punkt, fertig, mehr gabs heute nicht.

Jetzt stöber ich den neuen Ikea Katalog durch, der zufällig gestern ins Haus geflattert ist und werde mir mal aussuchen was ich so besorgen kann, muss, will. Morgen abend kann ich endlich in mein Zimmer.

2. Tag - Retrospektive

Gestern habe ich mich mit einer anderen Stipendiatin aus Hamburg getroffen und mit ihr ein paar organisatorischen Kram erledigt. Auf der Prioritätenliste ganz, ganz weit oben stand “Ausziehen aus dem German House“. Leena hatte dort eine Nacht verbracht, nachdem ihr Flug erst Mitternacht ankam und sie vorübergehend eine Bleibe brauchte. Die Bilder sehen ja eigentlich ganz nett aus, anstrengend für meinen Geschmack. Zu viel alternativ und, ach beschreiben kann ich das schlecht. Das Haus ist runtergekommen, wirklich, ich muss da noch mal Fotos machen fürs Archiv. Ich bin ja ein bekennender Wohnungs-Snob und mag es sauber, ordentlich und nett duftend (ok, Katzengeruch kann ich ertragen, aber das ist eine andere Geschichte). Das Haus war total heruntergekommen und ich hatte das Gefühl ich bin in einer Hippie-Komune. Die dort wohnten fühlten sich da offensichtlich total wohl. Wenn man sich die Website mal anschaut ist alles auf große Gemeinschaft ausgerichtet und “wir sind alle ja so cool, weil wir alle so schön unkonventionell sind. Dann bin ich eben ein bekennender Wohnungs-Snob. Wobei ich in meinem Zimmer hier, sauber, nett, 375$ bezahle und man dort in einem Doppelzimmer mehr als 550$. Nachdem wir also dieses Loch verlassen haben, haben wir wieder organisatorischen Kram gemacht und an dieser äußerst sinnigen Pflicht-Veranstaltung teilgenommen, bei der man fürs Leben lernt. In einem kleinen Raum mussten wir etwa eine Stunde eine Vortrag lauschen. Inhalt war, Visum, Papiere, Versicherung etc. Warum die mir aber erzählt haben, was ich für das Visum brauche und was das für ein Visum ist, verstehe ich nicht ganz, immerhin saß ich schon in Amerika und muss folglich auch den ganzen Papierkram bereits hinter mich gelassen haben. Mitgenommen habe ich aus dieser Stunde rein gar nichts. Ausser die Feststellung, dass enorm viele Asiaten in der Veranstaltung waren, bei denen ich mir nicht vorstellen kann, wie die hier sprachlich überleben wollen. Womöglich sind die auch alle topfit und können nur nicht reden, auch möglich.
Leena hat sich dann mit neu erworbener Studnet ID einen Mac gekauft und ich meinen lang ersehnten iPod Nano.

Hatte ich sonst das Problem meine Musik nicht ganz auf mein Handy zu bekommen, habe ich jetzt noch massi viel Platz und suche nach toller Musik zum raufpacken und anhören. Und ist er nicht hübsch? Ich bin ein wenig verliebt, muss ich gestehen.

Heute gehts zum Health Care Center, wo meine Impfungen überprüft werden und der TB-Test gemacht wird. Bankkonto wird eröffnet, das Co-Op Gebäude mal besucht und informiert, ob die zufällig irgendwelche Möbel zu verschenken haben. Habe den Tipp bekommen, dass Studenten Sachen spenden, die die dann wiederum an andere weitervergeben werden. Zwar würde ich keine Matratze nehmen von jemand anderen - da ist er wieder, der Snob in mir - aber Lampe, Regal, Tisch übernehme ich gerne. Mal schauen, ob ich mir dann auch ein UT Shirt kaufe, ohne scheint man ja total out zu sein. Und wenn man zu einem Football-Spiel geht, sollte man eins tragen, wurde mir geraten, sonst fällt man unagenehm als einzige Person von 90.000 Menschen heraus, die kein UT Shirt trägt. Mal schauen, ob ich was in Weiß bekomme mit unauffälligem UT Logo, Orange ist einfach nicht meine Farbe.
UT Shirt

endlich am Ziel

Nachdem gestern fast alles schief lief was nur schief gehen kann, lief heute alles glatt. Der Flug war pünktlich und nach 4 Stunden Flug und einer weiteren Stunde Zeitverschiebung, bin ich nun in Austin angekommen. Physisch jedenfalls. Ein wenig wie ein Zombie bin ich mit dem Mietauto zu meinem neuen Zuhause gefahren. Meine Mitbewohnerin hat mich aber ganz lieb empfangen und mir das Gästezimmer für die Zeit bis zum 16.08. zur Verfügung gestellt. Nach ausgiebigem Quatschen habe ich mich dann auf den Weg zur Uni gemacht, immerhin habe ich jetzt das Auto und muss die Zeit nutzen, Müdigkeit und Desorientierung zum Trotz. Habe mich auch mehrmals verfahren, trotz, oder vor allem wegen des doch sonst sehr nützlichen Navigationsgerätes. Hätte ich auf ihn gehört - ich bestimme jetzt einfach mal, dass das Ding männlich ist - wäre ich mehrmals in einen Busch gefahren und einmal sogar von einem Highway, direkt in eine Leitplanke. Er insistierte jedoch, dass ich rechts fahren müsse… nur gut, dass mein Hirn noch nicht so weit unter dem Stress und dem Schlafmangel der letzten Tage gelitten hat.
Aber zurück zum Ausflug nach Austin. Ein Gesamturteil kann ich mir noch nicht erlauben, aber ich habe ein ganz gutes Gefühl. In jedem Fall habe ich ein paar Fahrradfahrer gesehen, ganz viele Busse, die regelmäßig fuhren und eine Stadt, die zwar sehr amerikanisch ist, aber immerhin nicht provenziell. Die Uni befindet sich genau im Zentrum, wobei man dort leider nicht parken darf. Also habe ich etwas weiter mein Auto abgestellt und bin gelaufen. Keine 5 Meter bin ich gelaufen, da bildeten sich auch schon kleine, feine Schweißperlen auf der Stirn - es waren heute so um die 33 Grad, was ja an sich nicht wirklich schlimm ist, schon gar nicht, wenn die Sonne nicht scheint, bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit allerdings fühlt man sich dann doch wie im Tropenhaus. Sehr viel intensiver wird dieses Gefühl dann, wenn man von einem klimatisierten, sehr klimatisierten Gebäude erneut in diese feucht, warme Suppe steigt. Aber ich war erfolgreich, habe meinen Supervisor für Graduate Studies gesehen, meine UT Student ID beantragt und auch gleich bekommen (natürlich mit Foto, was natürlich geschossen wurden, nachdem ich durch besagte Suppe von einem Gebäude zum anderen gestiefelt bin) und bin dann noch eine Minute vor Schließung bei der Anmeldung für die Fitnesskurse reinmaschiert und wollte mich für das Semester anmelden. Weil die Amerikaner ja alle so freundlich sind und 5 Minuten den Kohl dann auch nicht mehr fett machen, haben die mich dann auch ganz freundlich und ohne Stress noch angemeldet. Von dort aus bin ich dann zur Mall um mir eine amerikanische SIM Karte zu besorgen. Leider war der Laden hinter Victoria Secret und ich musste einen kleinen Umweg nehmen. Nachdem ich glücklich mit einem quietsch Rosa Täschchen rausmaschiert bin, bin ich dann auch zu meinem eigentlichen Plan zurückgekehrt. Habe nun also auch eine amerikanische Nummer, falls das für irgend jemanden von Interesse sein sollte. Abschließend habe ich mich in eine Kaufhalle (jawohl, Kaufhalle!) gestürtzt, wo ich schon halb im Delirium versucht habe auch sinnvolles, gesundes Zeugs einzukaufen. Naja… ich weiß jetzt schon, dass ich Fetakäse, Quark und ordentlichen Joghurt vermissen werde, vom Brot rede ich erst gar nicht. Ich habe irgend so ein dunkles Brot gekauft, was man genauso bis zur Hälfte quetschen kann, als alle anderen auch…und der Geschmack… Vielleicht fange ich doch wieder an Brot zu backen. Aber es gibt ja völlig überteuert Wasa Knäckebrot. Immerhin. Und Nutella habe ich entdeckt, ein kleines Glas für 7$ und ein paar Cents. Muss vorerst nicht sein. Und nun sitze ich geduscht und in katziger Gesellschaft im Zimmer und siniere über meinen ersten Tag hier. Angekommen bin ich physisch ganz offensichtlich schon, aber bis es richtig sackt, dass ich tatsächlich hier bin, das dauert wohl noch ein paar Tage. Morgen wird die to do Liste erst einmal weiter abgearbeitet.

Wenn einer eine Reise tut …

…dann hat er/sie etwas zu berichten. Hier ein kurzes Update zu meiner aktuellen Situation:

Gestern, 11. August 2008:
7:15 zum Flughafen Tegel, mehrmals im kreis gefahren und Parkplatz gesucht, Parkplatz gefunden, Schalter von Continental nach Newark/NY gesucht, gefunden und erschrocken wie viele Menschen dort schon stehen (online-check in hat bei mir nicht funktioniert, weil das System immer an einer Stelle gehakt hat), check in funktioniert dann vor ort relativ schnell - abgesehen davon, dass ich die Schlange aufhielt, weil ich 2 Kilo von einem in den anderen Koffer packen musste, nicht dass das etwas am Gesamtgewicht verändert hätte - dann kurzer, schmerzloser Abschied, dann erschrecken, wie Miniminimini die Maschine doch ist (nur ein Gang, 45 Reihen), Abflug verspätet 45min wegen technischer Probleme (sehr Vertrauenserweckend), endlich abgeflogen, alles gut, eine Stunde vor NY vom Blitz getroffen - kurzes, lustiges Aufleuchten in Maschine und Knall - nix passiert, 10 Meilen vor Newark “We are sorry to inform you that Newark is closed, we are landing in Hartford/Connecticut”, dort 3 Stunden am Flughafen im Flieger gesessen und gewarten, vom Piloten gehört, dass die Maschine wegen des Einschlages und überhaupt nicht mehr startet, noch mehr warten, dann endlich aus der Maschine raus, irgendwann in Bus gestiegen nach Newark, irgendwann nach 3 Stunden zur Belohnung an Manhattan vorbeigefahren, am Flughafen erfahren, dass der nächste Flug nach Austin erst morgen (also heute) früh geht und einen Gutschein für ein Hotel bekommen, noch mehr Verwirrung weil Shuttle defekt, nächstes Shuttle kommt ewig nicht, irgendwann doch im Shuttle, irgendwann im Hotel und im recht netten Zimmer, Duschen mit Liebstem Skypen, sich freuen, wie nah doch alles ist und traurig sein, weil man nicht da ist, versuchen etwas schlaf zu bekommen, einschlafen, aufwachen und sich fühlen wie nach Marathon, Boxkampf etc… in ein paar Minuten geht mein Shuttle zum Flighafen…

1 day to take off - fröhliches Kofferpacken

Nachdem ich mich nun lange genug vor dem Kofferpacken gedrückt habe, bleibt mir nun keine andere Wahl, als meine sieben Sachen zu ordnen und in zwei Koffer zu verstauen. Die größte Frage dabei ist, was kann ich aussortieren und in der Heimat lassen. Dicke Wintersachen lasse ich jetzt einfach mal prinzipiell zu Hause. Und am aller Wichtigsten derzeit sind kurze, luftige Sommersachen. Aktuell zeigt das Thermometer sommerliche 36 Grad durchschnittlich an.

Seit dem 13. Dezember 2007 weiß ich nun schon, dass der Tag der Abreise irgendwann kommen wird. Inzwischen kenne ich Austin bei Google Maps durch die Wohnungssuche wie meine Westentasche und wo ich zum Shoppen, Sport machen und Einkaufen hingehen kann, weiß ich mittlerweile auch. Aber je näher der Abflug rückt, desto surrealer erscheint mir das Unterfangen mich noch einmal für ein Jahr von meiner Heimat zu trennen. Aber nun gut, würde ich es nicht tun, würde ich mich ganz schnell, ganz arg darüber ärgern. Zwar überwiegt derzeit die Wehmut über Freunde, Familie und Kollegen, die ich zurücklassen werde, aber so langsam steigt auch wieder die Vorfreude über ein akademisches Jahr in Amerika.

In genau 20 Stunden sitze ich im Flieger…

T-Shirt 2008 vs. T-Shirt 2006

Nicht “I Robot”, sonder “I Miss Hanni Louise” - und sogar mit doppelt, dreifacher, vierfacher Bedeutung. In erster Linie aber ein Follow-Up zum T-Shirt von 2006 zu Jules Geburtstag, Namensbekundung und Erinnerungs-Lieblingsshirt für Texas.

2. August 2008

20. Mai 2006

-43 Tage: Ich habe ein Zimmer

Das Zimmer mit dazugehörigem Haus befindet sich etwa 4.5. Meilen Fahrtweg von der Uni entfernt. Bislang bin in sehr guter Dinge was den täglichen Weg ins Zentrum betrifft, ob mit Bus oder Fahrrad. Ein Realitäts-Check folgt natürlich. Vor allem versuche ich mir vorzustellen, wie ich bei 36 Grad mit dem Fahrrad in der Gegend rumfahre. Man wird sehen.

Fotos von dem Zimmer habe ich bereits, aber die sind mit dem aktuellen, ziemlich schlampigen, geschmacklosen, Jalousien runter habenden Mitbewohner nicht wirklich repräsentativ. Aber Liza - eine meiner Mitbewohner - war so nett und hat schon mal so kleine Minifilme gedreht. Einen kleinen Eindruck bekommt man da bereits.

Video Nr. 1: Blick in den Garten

Video Nr. 2: Blick vom Garten zum Haus - die zwei Fenster an der Ecke gehören zu meinem Reich

- 43 Tage: Ich habe mein Visum…

… was aber noch lange nicht bedeutet, dass ich dann auch wirklich vor Ort durch den Zoll komme, das liegt selbstverständlich im Ermessen des Beamten. Natürlich. Und das Visum ist selbstverständlich auch kein Garant dafür, dass man dann auch wirklich so lange in den Staaten verweilen darf. Wobei ich warscheinlich ganz fiese, böse Sachen machen müsste um rauszufliegen. Also doch nix mit Bomben bauen, Kinder entführen oder dergleichen. Würde mir in Texas ohnehin ganz genau überlegen was ich tue und was nicht. Texas ist schließlich eines der Staaten, die die Todesstrafe noch praktizieren. Ich spare mir genaue Informationen zu dem Thema, sonst traut man sich ja gar nichts mehr zu machen.